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Ästhetische Chirurgie

Fettabsaugung – Grundlegendes zur Liposuction

Endlich wohl fühlen im eigenen Körper!

Der menschliche Körper lagert von Natur aus Fettreserven an, um vor allem Energiereserven für die Dürreperioden aufzubauen, des Weiteren hilft das Fettgewebe auch vor Kälte zu schützen. Allerdings gibt es manche Stellen, welche genetisch bedingt vermehrt Fett lagern und die Ablagerungen an solchen Arealen die Patienten optisch besonders stören. In manchen Fällen können sogar funktionelle Einschränkungen die Lebensqualität verringern. Deshalb wünschen sich immer mehr Patienten für eine Fettabsaugung, auch Liposuktion genannt. Es muss den betroffenen Personen klar sein, dass eine Fettabsaugung ein operativer Eingriff ist, bei dem diese überschüssigen Fettablagerungen entfernt werden. Es gibt jedoch, wie bei jedem medizinischen Eingriff auch Risiken und Grenzen. Die Grenze der maximal möglichen Menge, welche abgesaugt werden kann, beträgt ca. 5 Liter pro Eingriff. Das bedeutet, dass eine Liposuktion auch lediglich für eine Veränderung der Ästhetik des Körpers genutzt wird und nicht für eine Gewichtsreduktion. Eine Fettabsaugung verfolgt also das Ziel, die Patientinnen und Patienten zu ihrer harmonischen Körperform zu führen.

Was sind die Voraussetzungen für eine Liposuktion?

Damit eine Fettabsaugung das gewünschte Ergebnis erzielen kann, müssen einzelne Faktoren stimmen. Dazu zählt auch das Alter, denn je älter der Mensch, desto älter, schwächer und schlaffer ist auch die Haut bzw. das Bindegewebe. Würde man einem älteren Menschen größere Mengen Fett absaugen, so könnte sich an dieser Stelle die Haut nicht mehr richtig an den Körper anpassen, da ihr dazu die Regenerationskraft bzw. die Elastizität fehlt. Die Voraussetzung für eine Liposuktion ist also eine möglichst elastische Haut.  Des Weiteren ist auch der Gesundheitszustand ausschlaggebend, denn gewisse Vorerkrankungen, wie z.B Gerinnungstörungen, hormonelle Erkrankungen sollen ausgeschlossen werden. Darüber hinaus werden Menschen, die mit dem Jojo-Effekt durch Diäten zu kämpfen haben, von Fettabsaugungen abgeraten, da das Gewicht vor einer körperformenden Eingriff mindestens 6 Monate idealerweise ein Jahr lang stabil sein soll.

Aktuelle Methoden der Fettabsaugung?

Tumeszenz Liposuktion

Unter den klinisch angewendeten Methoden ist die Liposuktion mit Tumeszenz(-Lokalanästhesie) die am häufigsten angewendete Technik. Dabei wird die betroffene Stelle lokal betäubt und daraufhin die Tumeszenzlösung eingespritzt, um das Fett leichter entfernen zu können. Die Lösung wird über Kanülen eingeführt, welche kleine Einschnitte (etwa 5mm) in die Haut benötigen. Auch das Fett wird über die Kanülen nach außen gezogen, nachdem die Betäubung ihre Wirkung zeigt. Zum Schluss werden die Schnitte vernäht. Im Normalfall bleibt auch keine überschüssige Haut zurück, da diese durch die Elastizität zusammengezogen wird und sich dem Körper neu anpasst. Diese Methode kann je nach Größe des betroffenen Areals unter Lokalanästhesie durchgeführt werden. Jedoch wird der Eingriff in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt.

Laserlipolyse

Diese Methode wird auch SmartLipo genannt und ist noch relativ neu. Hier gibt es keine Operation, sondern mehrere Sitzungen, bei denen mit Hilfe von Laserstrahlen sehr dünne Kanülen in die Haut eingebracht werden und Wärme erzeugt wird. Dadurch werden die Fettzellen flüssig und das Fett lässt sich leichter absaugen. Außerdem muss nichts genäht werden, da das Licht des Laserstrahls die Blutgefäße verschließt und auch nach dem Eingriff weniger Schwellungen und Blutergüsse auftreten. Insbesondere kleinere Ablagerungen sind perfekt für diese Methode geeignet. Die Sitzungen dauern etwa 15-20 Minuten und bei jeder Sitzung können bis zu 500ml Fett abgesaugt werden.

Bodytite

Ganz neu auf dem Markt ist das Verfahren mit Radiofrequenz. Auch hier wird mit Wärmeenergie gearbeitet, aber mit Hilfe von Radiowellen. Eine feine Kanüle mit einer Elektrode wird unter die Haut geführt. Dort werden dann die Wellen ausgesendet und sorgen für die Verflüssigung des Fettgewebes. Von außen wird eine weitere Elektrode zur Kontrolle der Temperatur angesetzt, sodass eine Überhitzung vermieden werden kann. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist die Tatsache dass durch die Radiowellen auch die Kollagenproduktion angeregt und die Hautstraffung gefördert wird. Auch schwierige und große Stellen können damit behandelt werden.

Wasserstrahl-assistierte Liposuktion

Die sogenannte WAL löst das Fett mit Hilfe von einem Wasserstrahl. Hierbei wird während des Eingriffes die durch Wasserstrahl mobilisierte Fettzellen im gleichen Arbeitsgang mit der gleichen Kanüle abgesaugt. Durch dieses schonende Verfahren sind die postoperativen Beschwerden wie Schwellungen und Hämatome weniger ausgeprägt. Somit ist bei dieser Methode eine kürzere postoperative Erholungsphase zu erwarten.

Ultraschall-assistierte Liposuktion

Die UAL setzt über eine Sonde Energie im Fettgewebe frei und zerstört dadurch die Fettzellen, welche dann abgesaugt werden. Insbesondere festes Fettgewebe, beispielsweise am Rücken, lässt sich damit sehr gut entfernen. Das Risiko für eine Verbrennung ist jedoch größer und durch die größeren Kanülen ist es auch möglich, dass während des Eingriffs Nerven beschädigt werden.

Lipopulsing

Durch elektrische Impulse wird das Fett in den Zellen flüssig und kann dann abgesaugt werden. Die feinen Kanülen senden die Impulse an das Gewebe und dort werden die Zellen gänzlich zerstört und lassen das Fett austreten.

Vibrationslipolyse

Wegen der Vibration wird diese Methode auch oft Rütteltechnik oder power-assistierte Liposuktion (PAL) genannt. Normalerweise muss der behandelnde Arzt die Kanülen bewegen, diese Aufgabe wird hier von einer vibrierenden Kanüle übernommen. Das Gewebe word dadurch nicht so stark geschädigt und der Patient spürt die 80 Vibrationen pro Sekunde kaum. Auch hiermit können schwierige Stellen behandelt werden, beispielsweise Knie oder Waden. Dieses Verfahren ist somit eine technische Modifikation der klassischen Tumeszenzliposuktion.

Informationen auf einen Blick

Zahlen die Krankenkassen eine Fettabsaugung?

Wünscht der Patient oder die Patientin die Liposuktion aus ästhetischen Gründen, so muss er oder sie die Kosten dafür selbst tragen. In diesem Fall sollte man sich bewusst sein, aus welchen Faktoren sich die Kosten zusammensetzen. Viele Patienten mit dem Wunsch einer Fettabsaugung denken nämlich beispielsweise nicht daran, dass sie auch vorher zu einem Internisten, einem Narkosearzt und gegebenenfalls zum Röntgen gehen müssen. Diese Kosten kommen nämlich zur eigentlichen Behandlung noch hinzu.
Falls es medizinische Gründe für die Liposuktion gibt, wie beispielsweise Lipödem, so werden die Kosten meist anteilig übernommen. Trotzdem muss der/die Betroffene dies vorher mit seiner Krankenkasse abklären.

Vorsorge und Nachsorge: Was sollte man beachten?

Fettabsaugung Vorsorge

Vermeiden bzw. Verbot 2 Wochen vor der OP:

Dusch- und Badezusätze auf Ölbasis
Cremes
Nikotinkonsum (Zigaretten,Shisha,..)
Alkoholkonsum
Körperpiercings
blutgerinnungshemmende Medikamente (z.B. Aspirin & manche Herzmedikamente)

Fettabsaugung Nachsorge

auf die Flüssigkeitszufuhr achten
Kühlen mit Eisbeuteln
wenig Bewegung in der Phase der ersten Mobilisation
die ersten 4 Wochen: keine körperlichen Tätigkeiten
die ersten 3 Monat (bzw. während der Schwellungen und Blutergüsse): nicht saunieren, keine Infrarotkabine oder Solarium nutzen
das erste halbe Jahr: kein Sonnenbaden, Narben unbedingt bedecken!

Welche Risiken gehe ich bei einer Fettabsaugung ein?

Wie jeder operative Eingriff hat auch die Liposuktion einige Risiken. Zunächst ist zu beachten, dass der Eingriff unter Vollnarkose stattfindet. Außerdem kann es nach dem Eingriff zu Problemen mit der Wundverheilung und der Narbenbildung kommen, sowie zu Nachblutungen, Schwellungen, Blutergüssen und gegebenenfalls auch Infektionen. Es sollte stets auf Hygiene in der Nachsorge geachtet werden, um viele dieser Risiken zu vermeiden.

Es gibt aber auch Risiken, die speziell bei der Fettabsaugung noch zusätzlich auftreten können. Diese sind zwar nur in seltenen Fällen bekannt, werden aber trotzdem hier aufgeführt:

1.) Flüssigkeithaushalt:

– Flüssigkeitsverlust (die Gefahr ist bei großen Flächen höher als bei kleinen)
– Serombildung: Es kann zu einer Ansammlung von Lymph- und/ oder Gewebeflüssigkeit im OP Gebiet kommen, die eventuell auch mit Schmerzen einhergeht

2.) Probleme mit Weichteilgewebe und Haut:

– Sichtbarkeit von Venen bzw. Besenreisern kann durch die Abnahme des Fettgewebes verstärkt werden.
– wenn die Haut sich nicht mehr richtig anpassen kann, da die Elastizität beeinträchtigt ist, kann es im Nachhinein zu Hautunregelmäßigkeiten (z.B. Dellen) kommen. Im Extremfall muss dann eine Hautstraffung erfolgen

3.) Gefühlsstörungen wie z.B. Taubheitsgefühl

4.) Mögliche schwere Komplikationen:

– Fettembolie: Fettpartikel können in den Blutkreislauf gelangen und in den Lungengefäßen zu einer Verstopfung führen.

– Haut- oder Fettgewebsnekrose: Vor allem bei den Techniken mit Anwendung von Hitze kann im behandelten Areal zur Nekrose des angrenzenden Fettgewebes oder Haut kommen. Hierbei besteht die Gefahr einer begleitenden Weichteilinfektion sowie die Notwendigkeit einer operativen Entfernung des nekrotischen Gewebes.

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